1943, Einschreibbrief aus Shanghai in die Schweiz über den Landweg befördert

1943, Einschreibbrief vom 14.9.1943 aus Shanghai 上海 nach Zürich (Schweiz) über den Landweg befördert. In der Regel verschickte man damals aus China Briefe ins Ausland per Luftpost. Der Landweg / Seeweg war durch den Zweiten Weltkrieg kompliziert geworden. Spätestens seit 1941 mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni war der Landweg über Sibirien für Post aus China nach Europa gesperrt. So war es nun nicht mehr möglich, Briefe aus Shanghai über die sonst übliche Route über Sibirien zu verschicken. Auch der alternative Weg per Flugzeug oder Schiff über Hongkong war seit dem Angriff der Japaner auf Pearl Habor am 5. und auf Hongkong am 8. Dezember blockiert. Daher sind Auslandsbriefe aus dem von Japan besetzten Teil Chinas zwischen 1941-1945 so gut wie kaum zu finden.

Hier zu sehen ist ein Brief, der damals in die neutrale Schweiz verschickt wurde. Wahrscheinlich ist, dass er über die Türkei, die damals auch neutral war, gelaufen ist. In Zürich traf der Brief erst, nach über zwei Monaten (!), am 24. November 1943 ein.

Die abgekapselte Schweiz im Zweiten Weltkrieg (Quelle: Wikipedia)

 

Das Briefporto würde nur Sinn machen, wenn es sich nach dem alten Portotarif (Portoperiode: 1.1.1943 – 31.5.1943) zusammensetzen würde: 1,50 Dollar für den Landweg + 1,50 Dollar Einschreibgebühr = 3,00 Dollar. Doch ist der Brief nicht vom 14.3. sondern vom 14.9.1943. Demnach müsste das Porto wie folgt sein (Portoperiode: 1.6.1943 – 1.3.1944): 2,00 Dollar für den Landweg + 2,60 Dollar Einschreibgebühr = 4,60 Dollar.

Oder war der Stempel falsch eingestellt und der Brief ist doch vom 14.3.1943? Dann wäre er über acht Monate unterwegs gewesen!

Transitstempel: 14.9.43 Shanghai

Ankunftsstempel: 24.11.43 Zürich.

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