1932, “Dr. Sun Yat-sen” mit fehlerhaftem Staatswappen auf Brief aus Shangai nach Swatow

1932, "Dr. Sun Yat-sen" mit fehlerhaftem Staatswappen auf Brief aus Shangai nach Swatow
1932, "Dr. Sun Yat-sen" mit fehlerhaftem Staatswappen auf Brief aus Shangai nach Swatow

1932, “Dr. Sun Yat-sen” mit fehlerhaftem Staatswappen auf Brief vom 17.10.1932 aus Shangai 上海 nach Swatow (heute: Shantou 汕頭市).

Der politische Wandel Chinas nach der vollendeten Einigung des Landes 1929 durch Chiang Kei-shek ist auch auf den Briefmarken dieser Zeit zu erkennen: 1929 wurden neue Flugpostmarken ausgegeben, auf den man die fünfgestreifte Flagge der früheren Republik (Mi.Nr. 173-77) durch das der Sonne (Mi.Nr. 223-27), dem Symbol der Nationalisten, auf dem Flugzeugheck ersetzte. Auch sollte die Dauerserie „Dschunke“ (Mi.Nr. 187-209) durch eine Freimarkenserie abgelöst werden, die die Insignien der neuen Regierung zeigt. Nach dem Tod Sun-Yat-sens 1929 entschloss sich die Chinesische Post zu zwei neuen Dauerserien, die stilistisch als eine gelten könnten: „Sun Yatsen“ (Mi.Nr. 229-35, 236-45) und „Märtyrer der Revolution“ (Mi.Nr. 250-61).

Man beauftragte mit dem Druck der Sun Yat-sen-Ausgabe (kurz: SYS-Ausgabe) die renommierte alte, englische Firma De La Rue & Co. in London. Zum ersten Mal in der Geschichte vergab die Chinesische Post den Auftrag für Gravur und Druck an ein ausländisches Unternehmen.

Die Sonne, das Emblem der Nationalisten sollte auf jeder Marke mittig über dem Portrait zu sehen sein. Bis auf die Wertangabe, die laut Vorschrift des Weltpostvereins (UPU) in arabischen Numeralen sein musste, war die Inschrift auf den Briefmarken zum ersten Mal komplett in Chinesisch. Die wichtigsten Portostufen sollten das Bildnis Sun Yat-sens zeigen, die Ergänzungswerte das, der Märtyrer.

Als die von De La Rue & Co. fertig gedruckten SYS-Marken inklusive der Druckplatten in China eintrafen, stellte man fest, dass sich ein eklatanter Fehler eingeschlichen hatte. Das Sonnen-Emblem wurde in der Mitte statt von einer Kreislinie (Bild A) von zwei Kreislinien (Bild B) umschlossen.

Bild A
Bild A

 

Bild B
Bild B

 

n China war man darüber so erschrocken, dass man zuerst die komplette Lieferung zurückschicken wollte. Eigentlich sollte nur eine dünne Linie, wie bei der Märtyrer-Ausgabe die Sonne von den Strahlen abgrenzen. Nach langen Verhandlungen mit der englischen Druckerei einigte man sich endlich auf einen Kompromiss: Aus den beiden Konturlinien machten die Graveure eine dicke Linie. Sammler unterscheiden daher in zwei Ausgaben:

          • Type I: SYS mit zwei dünnen Kreislinien (Mi.Nr. 229-35)
          • Type II: SYS mit einer dicken Kreislinie

Type I (“Double Circle”) ist auf Brief wesentlich seltener zu finden als Type II (“Single Circle”).

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